Artikel-Schlagworte: „Buchladen“

 

Mehr als 18 Meilen (fast 29 Kilometer) gebrauchte, oftmals woanders vergriffene Bücher hat hat der New Yorker Buchladen Strand auf dem Broadway/Ecke zwölfte Straße in überquellenden Regalen im Angebot. Zerfledderte Schmöker gibt es  schon für unter 50 Cent, aber auch Sammlerstücke für den großen Geldbeutel lassen sich finden.
Seit inzwischen fast 86 Jahren gibt es diesen als Familienbetrieb geführten Buchladen schon; 1927 gehörte er zur legendären Book Row, zu der 48 Buchgeschäfte nebeneinander aufreihten. Strands – inzwischen zum Bücherkaufhaus mutiert – ist der einzig Überlebende.

 

Fotos: Me, Myself and NYC

Der neue Collibri – so heißt die Bamberger Buchhandlung namens Collibri seit ihrer Neugründung Anfang 2011. Der neue Inhaber hat nicht nur den Namen übernommen, sondern auch Teile der Innenausstattung. Wie z. B. den originellen Fußboden im Zentrum des Ladens.

Papierumschläge der unterschiedlichsten Bücher wurden auf dem Boden ausgelegt und mit einer Kunstharzschicht überzogen. Ein echter Hingucker und hält schon mehr als zehn Jahre.

 

Dieser wunderschöne Ausleger hängt vor der ErzgebirgsBuchhandlung in der Wolkensteiner Straße 22 in Annaberg-Buchholz.

Der Bücherwurm von Spitzweg ist von seiner Leiter gestiegen, um sich mal kurz zu setzen …

 

Foto: AndreasPraefcke

 

http://erzgebirgs-buchhandlung.shop-asp.de

 

 

Ilija Trojanow (Text)
Anja Bohnhof (Fotos)

Die Stadt der Bücher

Erschienen im Verlag LangenMüller.
1. Auflage, München 2012,

Gebundenes Buch.
128 Seiten, 60 Farbfotos,
Format 18 x 14 cm.

ISBN: 978-3-7844-3293-9

14,99 Euro

 

 

 

 

„Ein Labyrinth aus bedrucktem Papier; von den Bürgersteigen zu den Durchgängen, von Türen über Treppen bis hinauf zu vollgestopften Dachgeschossen stapeln sich Bücher zu Fassaden, Ecken und Erkern.” (Verlagstext)

Die Fotografin Anja Bohnhof schreibt über ihre Arbeit:

Unbeeindruckt von den Verkündigungen, die das Ende der Ära des gedruckten Buches im digitalen Zeitalter in schon naher Zukunft als Gewissheit betrachten, stapelt sich das Druckwerk im Universitätsviertel in Kolkata (Kalkutta) zu Millionen und wird täglich von vielen ortsansässigen großen und kleinen Verlagshäusern neu produziert und auf den Markt gebracht. Es heißt, im Viertel rund um die College Street bekäme man jedes gewünschte Buch: Über 10.000 Buchläden offerieren ein Angebot neuer und gebrauchter Ware, die von den Schriften Karl Marxs über islamische Prosa bis hin zu aktuellen Lehrbüchern reicht.

Aber Kolkata zeichnet sich nicht nur über die Liebe zum Lesen aus, die Metropole ist der drittgrößte Softwareexporteur Indiens, daher also maßgeblich beteiligt an den Entwicklungen, die zu weltweiten Digitalisierungsprozessen in immer mehr Lebensbereichen beitragen und dauerhaft wohl auch die Existenz des Buches in seiner materiellen Form mindest in Frage stellen werden.

Dessen ungeachtet ist der Respekt vor dem gedruckten Buch dort äußerst präsent, was sich nicht nur in Achtung vor Bildung und Wissen begründet. Innerhalb einer über viele Jahrzehnte von materieller Armut geprägten westbengalischen Bevölkerung, hat das Materielle einen grundsätzlichen Wert, anders, als es in Wohlstandsgesellschaften denkbar ist. Dieser Respekt offenbart sich insbesondere, wenn man die oft improvisiert anmutenden Verkaufsstände an den Straßenrändern in den Blick nimmt, architektonische Gebilde aus Büchern, die wahrlich jedem Buch der Welt einen Platz zu geben scheinen.

Diese Buchläden stehen im Mittelpunkt meiner fotografischen Arbeit, über die angewandten Formalkriterien, der mit Großformattechnik umgesetzten Aufnahmen, gelingt eine Konzentration auf das einzelne Objekt und ermöglicht zudem eine Vergleichbarkeit innerhalb der gesamten Serie. Kontrastiert werden diese detailgenauen und menschenleeren Ansichten durch Aufnahmen von belebten Straßenszenerien aus dem Alltag der College Street und ihren Seitenstraßen: Einem Ort in Kolkata, dessen Erhabenheit sich auf Wissen und Respekt gegenüber dem Kulturgut Buch in jedem noch so schlicht wirkenden Bücherstand auszudrücken vermag.

Foto: Mathieu Cozanet via flickr

merci heißt ein wunderbarer Kult-Laden auf dem Boulevard Beaumarchais in Paris. Sein Markenzeichen ist ein kleiner, knallroter Fiat 500 vor der Tür – beladen mit schönen Dingen, die es drinnen zu kaufen gibt. Das Merci lädt auf riesgen 1.500 Quadratmetern ein zum Bummeln zwischen Büchern, Blumen und Bettwäsche. Es gibt Klamotten und Kosmetik, Kunst und Kaffee, Möbel und unzählige Inspirationen.

Der Lesestoff – meistens aus zweiter Hand - stammt fast ausschließlich aus Bücherspenden. Gespendet wird viel, denn die Merci-Gründer Marie-France und Bertrand Cohen machen keinen Gewinn – die Überschüsse fließen in verschiedene Hilfsprojekte.


Zitat des Monats

In Wirklichkeit ist jeder Leser, wenn er liest, ein Leser nur seiner selbst.
(Marcel Proust)

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