Archiv für Januar 2011

Menschen, die nicht sehen können, lesen mit den Punkten der Blindenschrift, die nach ihrem französischen Erfinder Louis Braille auch Brailleschrift genannt wird. Der entwickelte 1825 im Alter von 16 Jahren ein System, das mit maximal 6 Punkten alle notwendigen Buchstaben, Zahlen und Satzzeichen abbildet.
Erst 1850 wurde die Brailleschrift offiziell für den Unterricht an französischen Blindenschulen eingeführt. Im deutschsprachigen Raum erfolgte die offizielle Einführung 1879.
Die ersten Bücher wurden mit einem Stichel durch eine von Braille konstruierte Schablone auf dickes Papier gestochen. Später erleichterten Blindenschriftschreibmaschinen die Übertragung.
Gelesen wird die Brailleschrift mit den Fingern: Die beiden Zeigefinger beginnen gemeinsam mit dem Lesen einer Zeile. Ab der Mitte der Zeile liest der rechte Finger die Zeile zu Ende während der linke schon den Anfang der nächsten Zeile sucht. Ist der rechte fertig, beginnt der linke mit dem lesen der nächsten Zeile, während der rechte zu ihm kommt und ab Zeilenmitte wieder übernimmt.
Die Brailleschrift hat gegenüber der Schrift der Sehenden einen enormen Platzbedarf. Der Buchdruck ist dadurch nicht unproblematisch. Ein kleines Taschenbuch, das man sich zur unterhaltenden Reisebegleitung in eine Jacke steckt, ist in Blindenschrift unvorstellbar. Der Text eines normalen Taschenbuches würde mehrere Bände füllen und man bräuchte wohl einen extra Koffer für die Reise.
Trotzdem werden natĂĽrlich BĂĽcher in Blindenschrift gedruckt – wir haben Goethes Gedichte als Veröffentlichung von 1938  entdeckt.

Viele fragen uns, wie wir auf die Idee gekommen sind, BiblioPhilia auf Weltreise zu schicken. Also, das kam so …

Durch Zufall stießen wir in einer Ausgabe der Süddeutschen Zeitung von 2007  auf einen interessanten Artikel: Im Januar 1992 kippte bei starkem Wellengang ein Container mit rund 30.000 Badeenten auf hoher See von einem  Schiff.  Statt unterzugehen öffnete sich der Container und schickte die Enten, getrieben durch die Meeresströmung, auf Reisen.

Amerikanische Wissenschaftler machten sich dieses Unglück zu Nutzen, verfolgten die Reise der Badeenten und brechneten mit Hilfe von Computersimulationen die nächsten Stationen.

Die meisten Enten wurden nach Norden an die Küste von Alaska getrieben und blieben jahrelang im Eis der Arktis stecken. Erst im Jahr 2001 wurden die ersten von ihnen im Atlantik vor Island gesichtet. Zwei Jahre später passierte der Schwarm die Stelle, an der einst die Titanic gesunken war und nahm Kurs auf die Ostküste von Kanada und den USA. 2007 haben die ersten dieses Schwarms die Küsten von Großbritannien erreicht.

Andere Exemplare schafften es bis nach Hawai, Indonesien, Südamerika und Australien. Sogar in Japan wurden einzelne Enten an den Strand gespült.

Nach so vielen Jahren auf Reisen waren die meisten der einst gelben Enten durch Sonne und Salzwasser ausgebleicht aber trotzdem weiterhin reisefreudig. Wie lange das Material hält weiß niemand, theoretisch könnten immer noch Enten unterwegs sein.

Richtig, dies ist keine der »Container«-Enten, sondern unsere BiblioPhilia, die gerade in der Lübecker Bucht strandet.

Richtig, dies ist keine der »Container«-Enten, sondern unsere BiblioPhilia, die gerade in der Lübecker Bucht strandet.

Das Michelberger ist ein Hotel für Entdecker. Hier sind die Wände mit Büchern tapeziert, aus alten Büchern wurden Bücher-Lampen im Loungebereich zusammengeschraubt und weitere poetische Fundstücke von Floh- und Antiquitätenmärkten sind mit Büchern kombiniert und sorgen für spannende Kontraste. Neben »normalen« Zimmern gibt es auch »Gruppenunterkünfte«, die an eine riesige WG erinnern.

Das Hotel befindet sich in einem renovierten Fabrikgebäude mitten in Berlin neben der Oberbaumbrücke direkt an der Spree, in der Warschauer Straße 39/40.

Unser Tipp: Unbedingt mal hinreisen!

Die Plakate des Grafikdesigners und Fotokünstlers Gunter Rambow sind weltweit bekannt und wurden in die Sammlungen internationaler Museen aufgenommen, die seinen Werken auch immer wieder große Einzelausstellungen widmen.

Diese Plakate sind 1986 zum 100jährigen Jubiläum des S. Fischer Verlages entstanden:

© Gunter Rambow

© Gunter Rambow

 

© Gunter Rambow

© Gunter Rambow

 

Wohin mit der Handbibliothek? Woher zusätzliche Sitzgelegenheiten, wenn unverhofft Gäste kommen? Wo die Kaffeetasse oder das Weinglas abstellen, um sich gemütlich dem Lesen hinzugeben?

Hier ein Möbelstück, dass alle Probleme auf einen Schlag löst: Aus Funier des Kirschbaums, Epoxidharz  und Filz haben die damaligen (2008)Industriedesignstudenten der Universität für Kunst Philadelphia, Elissa Myres, Bethany Casperite und Can Onart, diesen Prototypen »felt stool« entwickelt.

© Elissa Myres

© Elissa Myres

© Elissa Myres

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