Archiv für Juni 2010

Bücherregale halten in der Regel nicht ewig, spätestens nach dem zweiten Umzug sind sie wackelig und ein Neues muss her.
Der britischen Designer William Warren hat sich über eine lebenslange Nutzung von Bücherregalen Gedanken gemacht und das »Shelves for Life« entworfen: Dieses Regal fürs Leben, das aus 14 Teilen besteht, teilt die Tage mit seinem Besitzer bis zu dessen Ende, genau genommen sogar noch länger – es lässt sich nämlich zu einem Sarg umbauen. Der Prototyp wurde erstmalig 2005 anlässlich eines Designfestivals in der Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs vorgestellt.
Das Regal ist zwar nie in Produktion gegangen, aber der Designer unterstützt gern den Do-it-yourself-Nachbau. Wer über etwas handwerkliche Begabung verfügt, schickt dem Designer einfach seine Maße – die Regale müssen nämlich induviduell maßgeschneidert sein, um sicherzustellen, dass nicht nur die Lieblingsbücher Platz haben, sondern später auch ihr Besitzer.
William Warren stellt den individuellen Bauplan kostenlos zur Verfügung – er bittet aber um ein Foto des fertigen Stücks.

Wer nimmt das Quietscheentchen für Bookoholiker – das wir BiblioPhilia getauft haben - mit auf die Reise und schickt uns ein spektakuläres Erinnerungsfoto?

Das war vielleicht ein Schreck, als wir am Samstag den Laden öffnen wollten:  Einbrecher sind schon vor uns dagewesen.

(Fast) sofort dachten wir an » Die Diebe « von Wilhelm Busch.

Bookoholiker können es nicht gewesen sein – all unsere schönen Buchaccessoires haben sie verschmäht, durcheinandergeworfen und nur die Computertechnik mitgenommen. Unsere Daten sichern wir zum Glück regelmäßig.

Nachdem die Spusi nicht wirklich was gefunden hat, haben wir das ganze Wochenende geackert, um alles aufzuräumen. Ein Caosfoto ersparen wir Euch und uns lieber. Jetzt sieht man nichts mehr vom Bruch. Nur noch eine kurze Meldung in der heutigen Ausgabe der Regionalzeitung erinnert daran.

Uff, noch mal einigermaßen gutgegangen.

Es ist wieder/endlich  soweit - der Katalog Nr. 6 ist da. Und er kommt in einem neuen Format.

Gerade hat die Druckerei eine Palette mit 5.000 Stück geliefert – die müssen jetzt bis Oktober reichen :) .

In sommerlich-frischen Farbe gehüllt liegen die Kataloge der zweiten Palette morgen in den Briefkästen aller Kunden. Heute sind sie jedenfalls mit der Deutschen Post verschickt worden.

Die Erfindung

Der in England lebende, südafrikanische Philosoph und Filmregisseur Angus Witty ist der Erfinder des Thumbthings. Nach eigenen Aussagen saß er 1997 lesend im Park, die Sonne schien kräftig und blendete ihn, denn er hatte keine Hand frei, um die Augen zu schützen – schließlich musste er mit beiden Händen das Buch aufhalten. Schon auf dem Nachhauseweg dachte er das erste Mal über eine Lösung nach. Viele Möglichkeiten kamen ihm in den Sinn, stellten sich aber als zu unpraktisch heraus, bis ihm das Daumending einfiel. Er überlegte, welche ergonomischen Anforderungen erfüllt sein müssen, um bequem zu sein und ließ 50 verschiedene Prototypen an diversen Daumen testen.

Heraus kam das Thumbthing, dass dem Benutzer stressfreies, einarmiges Lesen ermöglicht. Auch Überkopflesen ist kein Problem.

Zunächst wurde das Thumbthing nur in England und Südafrika angeboten, inzwischen ist es in Buchläden auf der ganzen Welt zu haben.

Nur auf dem deutschen Markt tut es sich schwer, was wohl daran liegt, dass der Vertrieb Thumbthing Germany bloß Familienpackungen mit gemischten Größen abgibt.

Und so funktioniert es.

»Einfach den Daumen in den Thumbthing stecken. Die beiden Flügel halten die Seite offen und machen das Lesen von Büchern mit einer Hand zum Vergnügen. Gleichzeitig schont man mit dem Thumbthing den Buchrücken und verhindert, dass dieser bricht. Nach dem Lesen steckt man den Thumbthing als Lesezeichen in das Buch, so hat man ihn jederzeit griffbereit.« so die Anleitung des Herstellers. Wichtig ist, ein Thumbthing in der richtigen Größe zu benutzen – es gibt die Größen S, M, L und XL.

Das Thumbthing im Test

Vor ein paar Jahren entdecke ich das Thumbthing auf der Buchmesse und besorgte mir ein Muster, natürlich in der richtigen Größe. Es saß fest auf dem Daumen ohne zu drücken. An der falschen Größe konnte es also nicht liegen, dass ich nicht zurechtkam.

Ich probierte verschiedene Bücher aus, doch es war immer dasselbe. Beim Lesen konnte ich mich nicht auf den Text konzentrieren, weil ich nur noch damit beschäftigt war, ständig das Thumbthing anders zu positionieren. Ich bin beim Lesen viel zu zappelig, um das Buch ständig nur in einer, und dann noch in derselben Hand zu halten.

Nein, so ein Daumending muss ich nicht haben und alle Kunden wohl auch nicht. Also wurde das Thumbthing nicht ins Sortiment aufgenommen.

Doch seit sechs Wochen ist die Designerin Yvonne Gernoth für Die Buch Bar tätig. Gleich am ersten Tag fiel ihr mein Muster in die Hände – sie war sofort begeistert und nahm es mit nach Hause, um es zu testen.

Lange Rede – kurzer Sinn: Seit Ende Mai gehört das Thumbthing zu unserem Sortiment und es ist seitdem schon zum Bestseller avansiert. Die Buch Bar bietet die Thumbthings einzeln in der gewünschten Größe an.

Warum Yvonne so auf dieses Daumending steht und unsere Kunden im Laden mit ihrer Begeisterung ansteckt, kann sie selbst erzählen.

Ich war Feuer und Flamme nach der ersten Handhabung von Thumbthing. Ein kleiner Helfer für den Multitaskingleser wie ich. Wenig Verpackung, saubere Verarbeitung und die leichte Handhabung haben mich so überzeugt, dass es ein Muß ist, es zu besitzen.

Kein Verkrampfen meiner Finger beim Halten des Buches am Frühstückstisch oder beim Relaxen auf der Picknickdecke. Und das Tolle – der Buchrücken wird geschont, nur ein leichter Druck ist, nötig um die Seiten auseinanderzuhalten. Ich finde geknicKte Buchrücken nicht sehr anschaulich im Bücherregal. Thumbthing ist vor allem ein idealer Begleiter für den Einhandleser von Taschenbüchern.

Natütlich gibt es auch Einschränkungen, schwere Hardcoverbücher lassen sich kaum oder gar nicht damit halten. Die Funktion des Lesezeichen erfüllt es weniger, da es beim Transport des Buches in der Tasche herausfällt.

Das Tragen von Thumbthing ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, es fühlt sich wie ein Fingerhut beim Nähen an. Wichtig ist, dass das Thumbthing wirklich die richtige Größe hat und gut auf dem Daumen sitzt. Hat man sich einmal daran gewöhnt, möchte man Thumbthing nicht mehr missen. Ich lese meine Bücher jedenfalls nicht mehr ohne und wechsele immer mal die Farbe.



Zitat des Monats

Es gibt Bücher, deren Umschlagdeckel mit Abstand ihre besten Teile sind.
(Charles Dickens)

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