Archiv für die Kategorie „Messeabenteuer“

Wildholz-Schreiner Stephan Neumann – den ich bereits 2011 auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und HIER vorgestellt hatte – ist seitdem alljĂ€hrlich mit einem Stand prĂ€sent. In diesem Jahr hat er »echte« BĂŒchermöbel ausgestellt.

Der Schweizer Verlag Kein & Aber war zwar nicht mit einem eigenen Stand vertreten, war aber mit diesem schönen Poster prÀsent.

Lesen hat Stil.

Papier-Objekte aus alten BĂŒchern auf der Frankfurter Buchmesse

 

Lange habe ich ĂŒberlegt, ob ich mich diesen Herbst in das GetĂŒmmel der Frankfurter Buchmesse stĂŒrze. Dann kam die Einladung vom Haupt Verlag, der unser Papier-Objekte aus alten BĂŒchern als Neuerscheinung auf der „grĂ¶ĂŸten Buchmesse der Welt“ vorstellte, und die Entscheidung war gefallen.

Trotz Wintereinbruchs machte ich mich Mittwoch auf den Weg, um am nĂ€chsten Tag pĂŒnktlich 9 Uhr am Start zu sein.  NatĂŒrlich marschierte geradewegs zum Stand des Haupt Verlags in Halle 3 – ich musste doch prĂŒfen, ob mein Buch auch gut prĂ€sentiert wurde ;-] Beruhigt schlenderte ich anschließend von Stand zu Stand, pausierte bei Lesungen oder Interviews mit Sitzgelegenheiten, traf Bekannte und Kunden – einige mit Verabredung, andere zufĂ€llig.

Um 17 Uhr fand ich mich dann zum Apéro beim Haupt Verlag ein, lernte Verleger und Lektorin sowie die anderen Autoren, Illustratoren usw. des Verlages kennen.

Spontan entschied ich mich am nĂ€chsten Morgen noch einen Messetag zu genießen und nicht sofort den Heimweg anzutreten. So konnte ich u. a. noch die wunderbar gestaltete Halle des Gastlandes Indonesien ansteuern und mittags indonesisch speisen.

Es waren zwei interessante Tage voller EindrĂŒcke. Nur die Fotoausbeute ist mager – da, wo richtig was los war, sind nur RĂŒcken auf den Fotos :[ Auf jedem der drei Fotos in diesem Post ist das Buch Papier-Objekte aus alten BĂŒchern drauf – aber man muss schon sehr genau hinschauen.

 

Papier-Objekte aus alten BĂŒchern auf der Frankfurter Buchmesse

 

Papier-Objekte aus alten BĂŒchern auf der Frankfurter Buchmesse

Bibliophilius hat sich letztes Wochenende auf der Buch Berlin verliebt – in Bibliophilia. Jetzt haben wir zwei Bookoholiker-Enten im Webshop.

 

Auch Sophie Ritter – hier im Block bekannt fĂŒr die Rezensionen – hat die Leipziger Buchmesse besucht und uns berichtet.

LBM sehen und sterben

… vor EntzĂŒckung. Und Klaustrophobie. Doch wahre Bookoholiker wagen sich selbstverstĂ€ndlich trotzdem rein. Hier ein (nicht ganz) ernstzunehmender Eindruck:

Lange war es geplant, endlich ging es los: Am Sonntag fuhren meine beste Freundin Katja und ich zur Leipziger Buchmesse. Ich war frĂŒher immer nur mit meiner Familie dort gewesen und Katja letztes Jahr mit ein paar anderen MĂ€dchen unseres Alters. Dieses Jahr jedoch wollten wir uns gemeinsam der Buchmesse stellen. Als Fans von (fast) allem Lesbarem hatten wir diesem Ereignis natĂŒrlich schon lange entgegenfiebert, doch erinnerten wir uns ĂŒbel an die Menschenmassen der vergangenen Jahre. Wir schoben diesen Umstand darauf, dass wir immer Samstags gefahren waen, also nahmen wie uns vor, dieses Mal den Sonntag zu nutzen. Erst einige Tage vor der Buchmesse erfuhr wir, der Sonntag ist als „Familientag“ reserviert. SelbstverstĂ€ndlich finden Katja und ich Kinder „sĂŒĂŸ“ – solange sie in sicherem WohlfĂŒhlabstand von uns, das heißt mind. einem halben Meter, ihr Dasein fristen. Wenn man allerdings schon mal auf der LBM war, dann weiß man, dass es dort keinen WohlfĂŒhlabstand gibt. Es wird gedrĂŒckt, geschoben – und zwar von allen Seiten. Der einzige Vorteil wĂŒrde wohl darin bestehen, dass wir ĂŒber die Masse drĂŒberschauen könnten, wenn so viele Kinder kĂ€men – dachten wir uns.

Gespannt fuhren wir also am Sonntag los, kamen kurz vor um 10 Uhr an und problemlos ins MessegelĂ€nde rein. Das gefĂŒrchtete Anstehenmussten wir schon mal nicht erleiden. Um 10 ging es los, die Tore wurden geöffnet und die Massen – jung wie alt – strömten wissbegierig und in gespannter Erwartungshaltung in den Himmel der LesesĂŒchtigen. Um unseren Schlachtplan, den wir uns vorher zurecht gelegt hatten, einzuhalten, gingen wir zuerst in Halle 3.

Schritt fĂŒr Schritt oder besser gesagt Halle fĂŒr Halle wollten wir uns vorarbeiten; hier ein paar EindrĂŒcke gewinnen, da was Neues sehen. In der Masse, die uns unwillkĂŒrlich mitriss und voranschob, fĂŒhlten wir beide uns allerdings eher an die ĂŒberfĂŒllten Schulflure unseres Gymnasiums erinnert. Ein alter Herr mit praktischem Rollköfferchen, die SchĂŒler auch gerne als Ranzen zweckentfremden, verstĂ€rkte diesen Eindruck.

Nun, wr schafften es bis in Halle 3. Wie vorgenommen, wollte ich eigentlich zuerst den Stand der anonymen Bookoholiker (Die Buch Bar) ansteuern. Doch hĂ€tte ich mich nicht mal in einem Irrgarten verlorener vorkommen können. UnzĂ€hlige StĂ€nde schienen ein Labyrinth zu bilden, auf das ich mich mental noch gar nicht eingestimmt hatte. Der rote Faden war schnell verloren und so entschieden wir, erstmal weiterzulaufen und spĂ€ter Halle 3 zu beehren. Also weiter zu Halle 5. Um dahin zu kommen, durchquerten wir ein Restaurant zwischen den Hallen, das angenehm kĂŒhl war. Wie warm es in den Hallen war, fiel uns erst dadurch auf. Doch da Katja und ich nicht aus Zucker sind, ließen wir uns von der leicht erhitzen Umgebung – sowohl mental als auch temperaturmĂ€ĂŸig – nicht abhalten.
Interessant war allerdings – wo wir gerade bei Hitze sind – dass an den WĂ€nden viele Plakate zum Thema erotische Literatur hingen, „Shades of Grey“ sei Dank.
Dessen ungeachtet war auch Halle 5 nicht ĂŒbersichtlicher oder gar weniger gut bestĂŒckt mit Menschen und StĂ€nden. Dennoch gab das Buchliebhaber-Herz nicht auf und so fanden wir endlich einen Stand, der uns ganz und gar entzĂŒckte: „Philosophie“, eine liebevoll gestaltete Zeitung zu Themen, die uns beide interessieren. Die geschickt drapierten Kissen luden ein zum Verschnaufen und DurchblĂ€ttern der Zeitschriften, die Leseproben machten Lust auf mehr. So kam es, dass wir uns in aller Ruhe endlich einem Stand widmen konnten. Doch: man soll aufhören, wenn es am schönsten ist – außerdem wollten wir auch noch die restlichen Hallen besichtigen. Also reihten wir uns wieder in die Menschenschlange, die sich durch die GĂ€nge wand, ein und ließen uns im Schritttempo vorwĂ€rts treiben. Trotz dieser GemĂ€chlichkeit fand ich leider nicht die Ruhe, gelassen auf die anderen StĂ€nde einzugehen, sondern fĂŒhlte mich von den ganzen EindrĂŒcken um mich herum leicht ĂŒberfordert.

So ging es Saal fĂŒr Saal, bis wir endlich in die Fantasy-Abteilung kamen. Aufgrund unserer Klaustrophobie waren wir zwei ja schon in den anderen Hallen, wo namhafte und (leider) unbekannte VerlĂ€ge sowie diverse FernsehkanĂ€le ein Auftanzen veranstalteten, leicht eingeschĂŒchtert gewesen, doch das war gar kein Vergleich zu jetzt, als die Menschenmasse dem Ansturm einer VolkszĂ€hlung glich. Und jetzt wussten wir, wo der wahre Familientag zelebriert wurde. „Luft, Luft, Luft!“, brĂŒllten indes meine LungenflĂŒgel. Mit dem panischen Wunsch, keine Loveparade-Ă€hnlichen ZustĂ€nde zu erleben, wurden wir in die Manga- und Anime-Abteilung geschleust. Jetzt gab es wirklich was fĂŒr’s Auge, nĂ€mlich die beeindruckenden, detailgetreuen Cosplayer im Wetteifern um das beste KostĂŒm. Wer schon mal auf einer sogenannten Con (Anime-Convention) war, weiß, wie schwer es ist, zu sagen, wer nun das beste besitzt. Doch hier auf der LBM kam man gar nicht mehr aus dem Staunen raus. Es macht auch als Nicht-Fan Spaß, sich einfach mal hinzusetzen – z. B. in einem nachgestellten japanischen Teegarten – und die farbenfrohen Gestalten zu beobachten, die bewundernswert viel Zeit in ihr Hobby investieren. Fast immer mit dem Ergebnis, dass sich schon das Anschauen wirklich lohnt. Doch dies ist nicht das Einzige gewesen, was so interessant war an dieser Abteilung. Auch die ganzen Fanartikel und die große Vielzahl an Manga verlockten einen. Jedoch sind diese meist so teuer, sodass uns nur das Sehen und Staunen blieb.

Allerdings kam uns beiden auch hier in die Quere, dass unsere Platzangst beste Gelegenheit hatte sich zu entfalten, sodass wir irgendwann wieder die Flucht ergriffen. Dabei durchquerten wir abermals die Fantasy-Abteilung, wo man Autoren dabei lauschen konnte, wie sie ihrem geschriebenem Wort eine Stimme liehen. Die meisten Schriftsteller sogar beeindruckend packend und schauspieltauglich. Kein Wunder also, dass so manche Leseratte ihr GlĂŒck auf den StĂŒhlen der Fantasy-Abteilung fand.

WĂ€hrend Katja und ich uns langsam erschöpft vorantreiben ließen, konnte ich flĂŒchtige Blicke auf die nachgestellte Kuppel des Reichstages erhaschen, das CafĂ© Europa und andere Attraktionen, die neugierig machten. Allerdings löste es bei mir schon ein wenig Verwunderung aus, dass selbst das Arbeitsamt und die deutsche Bundesbank vertreten waren, die ich ja nun nicht in erster Linie mit BĂŒchern in Verbindung bringen wĂŒrde. Es sei denn, dass einzige Buch, das einem vertraut ist, ist das Sparbuch.

Als wir beide es endlich geschafft hatten, aus dem Menschenstrom auszubrechen, schlichen wir uns kaputt in die Vorhalle und ließen uns auf die zahlreichen BĂ€nke fallen, die zu unserem GlĂŒck bereitgestellt worden waren. Eine Auszeit und ein neuer Plan mussten her. Zwar hatten wir bisher unzĂ€hlige neue EindrĂŒcke gewonnen und mehr oder weniger begeistert gruppengekuschelt, doch wirklich das erledigt, was wir uns vorgenommen hatten, hatten wir noch nicht: in Ruhe nach Lesestoff Ausschau halten, vielleicht das eine oder andere Buch bzw. den ein oder anderen Manga erwerben und noch ein begehrtes Fanart-Poster aus der Manga-Abteilung kaufen. Doch erstmal wurde entspannt und die Reserven wieder aufgefĂŒllt. Bei einem Blick auf die Uhr bemerkten wir, dass die Mittagszeit schon bedrohlich nah war und wie auf Signal meldete sich der Hunger. Trotz unzĂ€hliger Fressbuden, auf die man am Rande der GĂ€nge stieß, nahmen wir uns vor, spĂ€ter einen McDonalds aufzusuchen, als Belohnung sozusagen. Doch davor wĂŒrden wir noch das in Angriff nehmen, weshalb wir eigentlich hergekommen waren. Nachdem wir genug relaxt und einige schillernde Cosplayer beobachtet hatten, machten wir uns also erneut zu Halle 3 auf. Mit Katjas Hilfe fand ich nun auch endlich Die Buch Bar. Kuezes Verweilen, ein kleiner Plausch, dann ging es zur Antiquariatsmesse, ebenfalls in Halle 3. Allerdings fand ich es frech von den Veranstaltern 1,50 € fĂŒr die Abgabe bei der Garderobe zu verlangen, mit Gaderobe kam man gar nicht erst rein. Somit war das Thema Antiquariat beendet und der Streifzug wurde vorgesetzt. Dabei ergriff ich die Gelegenheit, um mir einen neuen Roman zuzulegen. Voller GlĂŒcksgefĂŒhle schwebte ich weiter zur Manga- und Anime-Abteilung. Nach einigem Hin- und Her fanden Katja und ich auch endlich die gesuchten Poster, um sie sogleich zu erwerben. Zwei  Poster fĂŒr Katja, eines fĂŒr mich – und weitergings. Nach draussen! ÜberglĂŒcklich, doch noch die LBM genutzt zu haben, zog es uns Richtung Ausgang. Auf dem Weg dahin wurden wir witzigerweise noch angesprochen, ob wir nicht Lust auf einen erotischen Roman hĂ€tten. In verklemmter, einem Teenager wĂŒrdiger Art verneinten wir diese fĂŒr uns etwas pikante Frage.

Endlich blinzelte uns das Licht der Wintersonne entgegen und nachdem wir die letzte HĂŒrde ĂŒberwunden hatten – die EinlassstĂ€be – verließen wir glĂŒcklich, aber auch etwas wehmĂŒtig die LBM 2013, um uns mit knurrendem Magen Richtung McDonalds aufzumachen. Und obwohl die LBM fĂŒr Klaustrophobe wohl einer der schlimmsten Orte der Welt ist, ist der Bookoholiker in uns beiden fest entschlossen: LBM 2014? Auf jeden Fall!

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