Archiv für die Kategorie „Reiseziele“

Ein ungewöhnliches Buchregal – nein, gleich zwei davon – findet der Gast in der Hotellobby von The House Hotel NiÅŸntaÅŸaı. Das Hotel steht im nobelsten (Einkaufs) Viertel von Istanbul NiÅŸntaÅŸaı (Nisantasi), in der Abdi İpekçi Cd. No:34.

Die Bücher im Regal dürfen auch gelesen werden, man kann zwischen verschiedenen Sprachen wählen – es ist für fast jeden etwas dabei.

 

Libreria Acqua Alta – der Hochwasser-Buchladen von Venedig liegt etwas abseits der üblichen Touristenpfade, aber dennoch mitten im Herzen der Stadt. Am Eingang steht auf einem Schild: Welcome to the most beautiful bookshop in the world.

Durch ein auf den ersten Blick unscheinbares Tor betritt man einen ungewöhnlichen Buchladen mit einmaligen Flair. Gleich am Eingang, hinter der Kasse sitzt der Besitzer Luigi Frizzo, der sich selbst als Lebenskünstler bezeichnet, und begrüßt jeden Besucher mit einem Lächeln und ein paar freundlichen Worten. Und sofort entdeckt das Auge Tausende von Büchern. Staunend zwängt man sich zwischen Gondeln, Booten und Badewannen – natürlich bis unter die Decke beladen mit Büchern – hindurch. Im zweiten Raum geht es so weiter. Dort befindet sich auch ein Kanalzugang, dessen Tür immer offen steht.
Es scheint fast unmöglich, hier nach einem bestimmten Buch zu suchen, der verwinkelte Laden ist völlig verkramt, auch wenn ein paar handgeschriebene Schilder eine gewisse Ordnung assoziieren sollen. Doch egal, man kann nach Herzenslust stöbern und am Ende wird jeder Besucher fündig, auch wenn er nichts gesucht hat.

Was auf die Kunden wie eine besonders originelle Art der Buchpräsentation wirkt, hat einen praktischen Grund: Jedes Jahr in der Hochwassersaison fließt der Kanal in den Laden. Aber auch solche Situationen nimmt der Inhaber gelassen, dann krammt er einfach die Gummistiefel aus dem Schrank. Luigi Frizzo öffnet seinen Laden jeden Tag, auch an Feiertagen, von 9 – 21 Uhr.
Gegenüber vom Acqua Alta hat Luigi Frizzo seine Wohnung. Dort bietet er Bed & Breakfast für unkomplizierte Gäste an.

Da es im Sommer in Venedig kein Hochwasser gibt, habe ich das letzte Bild von hier übernommen.

Shakespeare & Company ist der wohl außergewöhnlichste Buchladen von Paris. Die Tochter des im letzten Jahr mit 98 Jahren verstorbenen Gründers George Whiteman residiert mit ihren Büchern, die fast ausschließlich aus englichsprachiger Second-Hand-Literatur bestehen, in der Rue de la Bûcherie 37. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude liegt genau gegenüber der Kathedrale Notre Dame am Südufer der Seine. Inzwischen weisen schon verschiedene Reiseführer darauf hin, dass sich hier Buchbegeisterte, Touristen, Studenten und Neugierige aus der ganzen Welt treffen. Mit dem Glockeschlag 10, wenn der Laden seine Pforten öffnet, strömen die Besucher scharenweise ein. Erst um 23 Uhr schließt der Laden wieder.

 

 

 

 

 

 

Der Charme dieses Buchladens ist einfach einmalig. Gleich hinter der Tür beginnt das verwinkelte Reich der Literatur. Es erstreckt sich über zwei Etagen. Bis unter die Decke stapeln sich unzählige Bücher namhafter Autoren in und vor alten Holzregalen. Kein Zentimeter Platz bleibt ungenutzt. Wie aus einer anderen Epoche und wunderbar verstaubt. Im matten Licht alter Lampen sind Titel und Autoren auf den Buchrücken gerade noch lesbar: Charles Dickens, Miguel de Cervantes, Friedrich Nietzsche … Auf einem Korbstuhl liegt zusammengerollt eine weiße Katze.

 

 

 

 

 

 

Shakespeare & Co. ist aber nicht nur Umschlagsplatz für Bücher: Mittellose Literaten finden in der Rue de la Bûcherie seit Jahrzehnten Bett und Lesestoff. Das ist eine der Besonderheiten und wohl weltweit einmalig. Auch heute noch reisen junge Schreiberlinge nach Paris und quartieren sich in dieser magischen Buchhandlung ein. Sie dürfen bleiben — umsonst und so lange sie wollen. So sie die Regeln beachten: Jeden Tag ein Buch lesen, jeden Tag zwei Stunden im Laden aushelfen und während des Aufenthalts eine einseitige Autobiographie schreiben!
Über 40.000 kampierten so in den letzten 60 Jahren im Laden. Morgens um zehn muss jeder seinen Kram weggeräumt haben, die Schlafstätten werden tagsüber mit rotem Panneesamt abdeckt. Dann sind sie Sitzfläche für Kunden, Touristen, Träumer. Die blättern und lesen in den Büchern, schauen sich um, staunen und fühlen sich wohl. Denn der Laden hat es geschafft, über all die Jahre seinen ursprünglichen, etwas exzentrischen Zauber zu bewahren.

Sahaflar Çarsisi? – so heißt der Basar der Antiquare in Istanbul. Er gehört zu den ältesten Märkten der Stadt, sein Ursprung reicht zurück ins 15. Jahrhundert. Heute bieten ca. 40 kleine Läden neben wertvollen alten Büchern und Handschriften auch die ganze Palette des modernen Antiquariats an. In der Mitte des Marktes steht die Büste des ersten türkischen Druckers, Ibrahim Müteferrika. Die meisten Bücher sind zwar auf Türkisch, aber es macht Spaß von Stand zu Stand zu wandern, die Bücher in die Hand zu nehmen, ein wenig zu blättern, die Atmosphare, die Geräusche und Gerüche zu genießen.

Die Hälfte der Läden hat nur eine Etage, aber die Händler nutzen geschickt jedes freie Plätzchen, um ihre Bücher zu präsentieren. So wie der Inhaber des KITAPLARI BULUNUR, der den ca. 50 cm hohen Dachboden »ausbaute«, als kein Buch mehr in seinen Laden passen wollte.
Bei einem Glas Tee plauderte er mit uns über sich, den Markt, die Bücher …

Diese Bücherbar – sie funktioniert nach dem Prinzip unserer Büchertauschzelle – habe ich vorgestern im Hofcafé in Bamberg entdeckt. Es ist ein niedliches Café mit nur wenigen Plätzen mitten im Zentrum der Stadt.


Zitat des Monats

Es gibt Bücher, deren Umschlagdeckel mit Abstand ihre besten Teile sind.
(Charles Dickens)

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