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Ich träumte von Regalen, die auf Taillenhöhe begannen und deren Oberkante ich bei ausgestrecktem Arm mit den Fingerspitzen berühren konnte, da meiner Erfahrung nach die Bücher, die etwa so weit oben stehen, dass man sie nur mit einer Leiter erreichen kann, oder so weit unten, dass der Leser sich auf den Boden kauern muss, unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Bedeutung weit weniger Aufmerksamkeit bekommen als die in mittlerer Höhe angebrachte Konkurrenz.

(Alberto Manguel in Die Bibliothek bei Nacht)

Heute mal ein Blick in eine Bibliothek vergangener Zeiten: De keyserlyke bibliotheek en rariteyt kamer , 1696 vom niederländischen Dichter und Grafiker Jan Luyken (1649-1712) geschaffen. Das Blatt ist im Original 30,56 x 19,98 cm groß und gehört dem Amsterdam Museum.

So ganz viel hat sich bis heute in Bibliotheken nicht geändert. Selbst Platzprobleme scheint es auch damals schon gegeben zu haben – ich sehe jedenfalls keine LĂĽcke, in die noch ein weiteres Buch hineinpassen wĂĽrde.

 

Seit Wochen bin ich damit beschäftigt, den jährlichen Frühjahrsputz nachzuholen. Alle Bücher einschließlich Regale werden entstaubt und einige Bücher wandern in die Kiste für den Flohmarkt. Hoffentlich bekomme ich das noch bis zum Urlaub hin.

 

Der in London lebende,  schottische Cartoonist Tom Gauld hat sein Bücherregal analysiert. Das Ergebnis hat er, wie immer, in einem wunderbaren Cartoon zusammengefasst.

P. S. »My Library« kann man als limitierten Druck auch kaufen.

Diese beiden, breitmaulig ins Buch schauenden Burschen habe ich im FrĂĽhjahr in einem Schaufenster in Kaiserslautern entdeckt.

 


Zitat des Monats

»Wir lesen, um zu begreifen, wer wir sind und wo wir sind. Lesen ist wie Atmen.«
(Alberto Manguel)

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